Notfallbox für die Seele
Montag Morgen, kurz nach 7.00 Uhr. Das Telefon klingelt. Meine Mutter muss ins Krankenhaus, sagt der Notarzt. Herzrhythmusstörungen. Ich soll kommen.
Welch ein Start in die neue Woche! Im Laufe des Tages frage ich mich immer wieder, wie ich wohl in Zukunft mit Katastrophen in meinem Leben umgehen werde. Der Tod meines Bruders ist noch nicht verarbeitet und wir beide, Mutter und Tochter, sind mit der Pflege von Angehörigen beschäftigt. Ganz ohne Hintergedanken habe ich immer von mir behauptet, dass ich gerne allein bin/gut allein sein kann. Doch mit der Angst im Nacken, dass die eigene Familie weg sein könnte, voran gegangen … dieses Alleinsein – allein gelassen sein – fühlt sich einfach nur bedrohlich an, zieht mir den Boden unter den Füßen weg. Das ist doch dann eine ganz andere Liga.
An den guten Tagen (davon gibt es glücklicherweise wieder viel mehr) kann ich mich hervorragend motivieren. Mit Büchern, Zitaten, Musik, Filmen, Fotos, Duftwasser, laut Singen
An den schlechten Tagen sind diese Hilfsmittel so in den Hintergrund gedrängt, dass sie sich manchmal sogar den Gedanken entziehen. Deshalb will ich mir eine Notfallbox für die Seele zusammenstellen, die ich dann zu Rate ziehe, wenn es mir so richtig schlecht geht und ich vergessen habe, dass wieder bessere Zeiten kommen.
Ich packe eine Kiste, und stecke hinein:
- Musik von Mike Oldfield (Amarok, Ommadawn, QE 2, u.a.), Kara Karajev, diverse Musicals
- Film und Hörbuch “The Secret”
- Hühnersuppenbuch von Jack Canfield
- Die Liste der Dinge, die ich gerne machen möchte
- Bücher von Robert Schuller
- Duftwasser Noa von Cacharel, Pure Poison von Dior, Nina von Nina Ricci (das alte!)
- Zitatsammlung (die ich erst noch erstellen muss)
- Liste der Dankbarkeit
- Punchingball
- Welpe/Katzenbaby/Wombat/Affe/Meerschwein und ganz viele Tiere überhaupt
- Kamera und Fotos, die ich besonders mag
(to be continued)
Was würden Sie einpacken? Womit holen Sie sich aus dem Tief? Schreiben Sie es in einen Kommentar!
P.S. Meine Mutter mußte glücklicherweise dann doch nicht ins Krankenhaus und es geht ihr schon sehr viel besser.



März 11th, 2008 at 15:38
Liebe Melanie,
wie schön, dass es Deiner Mutter wieder besser geht!
Solche Ereignisse machen uns bewusst, wie verletzlich wir und unser Leben eigentlich sind. Innerhalb von Sekunden, kann sich alles “auf den Kopf stellen”, können sich Wichtigkeiten verschieben.
Ein Hinweis des Lebens an uns, mal wieder darüber nachzudenken, ob unsere Prioritäten noch stimmen.
Wenn ich es schaffe, nehme ich mir ein Beispiel an meinem Hund: Das Leben jeden Tag als Geschenk so nehmen, wie es ist, jeden Moment zu genießen und Vergangenem nicht nachzutrauern.
Das kleine Video hier ist vielleicht auch was für Deine Trostbox – mir hilft es manchmal: http://www.youtube.com/watch?v=3Zl9puhwiyw
Sei umarmt.
Liebe Grüße
Kirsten
Juni 19th, 2009 at 13:30
Also ich würde mir einen Zettel einpacken mit dem Psalm 23 drauf. Ich kann deine Gedanken, über Einsamkeit und Furcht vor Dingen die sich ändern oder verschwinden, vollstens verstehen mir geht es ab und zu genauso.
Zerbrechdir nicht den Kopf über diese Dinge. Liebe die Menschen die in deiner Umgebung sind mit aller herzlichkeit.